• Kerstin

Die neue Seidenstraße - China auf der Überholspur?

Vor 6 Jahren begann das größte Infrastrukturprojekt der Welt: "One Belt, one Road" oder besser bekannt als die neue Seidenstraße Chinas. Ein Projekt, das man erst begreifen kann, wenn man die Ausmaße dieses einmaligen Projektes erfasst. Es geht um jährliche Investitionen von rd. einer Billion Dollar. Zum Vergleich: Deutschland investiert jährlich rd. 40 Mrd. Euro in Infrastruktur, also gerade mal einen Bruchteil. Stellt dieses Projekt eine Gefahr für Europa dar, oder ist es eher eine Chance?



Die neue Seidenstraße verbindet China über Asien mit Europa und Afrika bis hin zu Südamerika zu einem neuen “Binnen-markt”. Die Bahnlinien erstrecken sich über eine Länge von knapp 11.000 Kilometern.



Durch Verbesserung der Transport- und Energie-Infrastruktur in den Ländern entlang der Seidenstraße sollen Handelsbarrieren wegfallen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit gestärkt und regionale Absatzmärkte stärker an die aufstrebende Großmacht gebunden werden. Davon könnten alle teilnehmenden Länder profitieren.


Das Konzept „Ein Gürtel und eine Straße“, genauer gesagt der Aufbau des Wirtschaftsgürtels entlang der Seidenstraße und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts, verspricht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

– Xi Jinping, aus: Rede auf der Eröffnungszeremonie der 6. Ministerkonferenz des Forums für chinesisch-arabische Zusammenarbeit, 5. Juni 2014


Im Gegensatz zur USA, die sich derzeit eher abschotten, soll damit Chinas Rolle als globaler Akteur nach außen sichtbar gemacht werden. Für China ist das Ziel klar: Der Wohlstand soll zum Rest der Welt überholt und das Ansehen früherer Jahrhunderte zurückerlangt werden. Dafür verfolgen die Chinesen einen sehr langfristigen 50- und 100 Jahresplan. Kurzfristige Erfolge sind dafür zweitrangig, auch wenn Investitionen der derzeit konjunkturell kriselnden Volkswirtschaft sicherlich nützlich sind.


Auch in Europa gibt es schon einige Großprojekte, die von den Chinesen finanziert werden. Der Hafen von Piräus wurde 2009 von der chinesischen Reederei Cosco übernommen und verzeichnet seitdem ein rasantes Wachstum.



Der Hafen Duisburg ist mit einer Bahnlinie direkt mit China verbunden. In rund zwei Wochen können auf dieser Strecke Güter und Waren doppelt so schnell wie auf dem Seeweg und dazu günstiger transportiert werden. Hundert chinesische Unternehmen gibt es mittlerweile in der Stadt - eine große Erleichterung für eine Region mit über 10% Arbeitslosigkeit. Der Flughafen Frankfurt-Hahn wurde 2016 an einen chinesischen Großinvestor verkauft und nimmt seitdem an Frachtvolumen stetig zu.


Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung im März dieses Jahres zwischen Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Chinas Staatspräsident Xi Jinping wurde der erste EU-Staat offiziell zu einem Teil der neuen Seidenstraße macht. China will mit dem Infrastrukturprojekt Milliardensummen in Häfen, Straßen, Bahnstrecken, Telekom-Netze und Flughäfen Dutzender Länder investieren.


Es gibt jedoch auch Kritik am Neuen Seidenstraßen-Projekt. Gegner befürchten, dass China seinen Einfluss zu stark ausweitet und sich damit die Machtverhältnisse einseitig verschieben. Zudem ist bisher nicht sichergestellt, dass Großaufträge multinational ausgeschrieben und nicht nur an chinesische Konzerne vergeben werden.


Chinas neue Seidenstraße werde „zur neuen WTO, ob es Ihnen gefällt oder nicht". … "Die Welt spielt bald nach chinesischen Regeln."

- Siemens-Chef Joe Kaeser, aus: Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos, 2018


China dagegen sieht seine Investitionen als Win-Win-Situation und sich selbst als verlässlichen Partner. Ein gutes Beispiel für unterschiedliche Sichtweisen zwischen China und Europa ist der Verkauf des Flughafen Frankfurt-Hahns. Aus deutscher Sicht wunderte man sich, was die Chinesen mit diesem abgelegenen Flughafen wollen. In China wiederum wurde nicht verstanden, warum wir einen Flughafen quasi verschenken. Aus deren Sicht ist der Flughafen ein Drehkreuz Europas. Alle wichtigen Orte in Europa lassen sich in 2 Stunden erreichen. Eine strategische Entscheidung also in einem übergeordneten Plan. Dieses Beispiel zeigt sehr eindrucksvoll, wie unterschiedlich Entscheidungen getroffen werden, wenn man ein Ziel konsequent verfolgt.


Und das ist sicherlich der größte und vielleicht langfristig wichtigste Faktor: Die Chinesen haben einen Plan. Und wir? Was hat Europa dem entgegenzusetzen?


Wir könnten jetzt aufzeigen, wie lange wir in Deutschland an einem Flughafen in Berlin oder einem Bahnhof in Stuttgart arbeiten. Aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Insbesondere wir Deutsche können von dem Projekt stark profitieren. Eine perfekte Handelsinfrastruktur wird unsere exportorientierte Wirtschaft unterstützen. Die Infrastruktur bereitzustellen ist dabei nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem Handelsmonopol.


Wer zukünftig in einem globalisierten Markt seine Produkte am besten verkaufen kann, wird entweder vom Preis (Vorteil China) oder der Qualität (Vorteil Deutschland) oder der Innovationsfähigkeit (Unentschieden) abhängen.


Insbesondere unsere mittelständischen Familienunternehmen sind Weltmarktführer in vielen Nischenmärkten und könnten mit "Made in Germany" ihre Position festigen und weiter ausbauen.


Für unsere Kunden bedeutet dies, dass wir in deutsche mittelständische Unternehmen sowie einen Schwellenländeraktienfonds investieren. Wollen auch Sie von den Chancen und Möglichkeiten profitieren? Gerne diskutieren wir dies mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch. Jetzt Termin vereinbaren!








42 Ansichten
Schreiben Sie uns

Leopoldstraße 94

80802 München

+49 89 414 17 44 44

+49 174 24 12 993

mail@dscapital.de

Datenschutz-

erklärung

 

 

NFS_Netfonds_Logo.png

Die D&S Capital Management GmbH bietet Anlageberatung und Anlagevermittlung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1, und 1a KWG) von Finanzinstrumenten im Sinne des § 1 Abs. 11 KWG als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 2 Abs. 10 KWG für Rechnung und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH (NFS), Heidenkampsweg 73, 20097 Hamburg,  an. Die NFS ist ein selbstbestimmtes Finanzdienstleistungsinstitut und verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Weitere Informationen finden Sie in unserem Impressum.