Ruhestandsplanung mit Mitte 50

Wer mit Mitte 50 richtig plant, kann später seinen Ruhestand genießen. Doch worauf kommt es an? Was sind die wichtigsten Themen und welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte, erfahren Sie hier. 

 

Die erfolgreiche Ruhestandsabsicherung basiert auf drei Phasen, in denen man unterschiedliche Herausforderungen zu meistern hat.

 

1. Ansparphase

Hier geht geht darum, ausreichende finanzielle Ersparnisse aufzubauen, die im Ruhestand stetig aufgebraucht werden können. Hierbei ergeben sich meisten zwei Fragen: Wie viel muss ich eigentlich zur Seite legen, um das Leben später ebenfalls genießen zu können? Wie lege ich die Ersparnisse richtig an?

 

2. Ruhestandsbeginn

Der Ruhestandsbeginn ist grundsätzlich ein Zeitpunkt. Man sollte den Zeitpunkt jedoch eher als Phase von 24 Monaten rund um den Ruhestand betrachten. Wer in der Ansparphase genügend Vermögen aufgebaut hat, läuft nun Gefahr sich auf der sicheren Seite zu sehen. Jedoch gibt es in dieser Phase viele strategische Finanzfragen, deren Beantwortung große Auswirkungen auf die eigene Absicherung haben. In der Praxis zeigen sich hier immer wieder folgende Fragestellungen:

 

  • Kann ich mir einen vorgezogenen Ruhestand leisten?
  • Wie soll ich meine betriebliche Vorsorge beziehen?
  • Soll ich meine Lebensversicherung als Rente oder Kapitalbaustein beziehen?
  • Soll ich freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rente/Versorungswerk einzahlen?
  • Welche Auswirkungen haben Steuern und Abgaben auf meine Ruhestandsfinanzen?
  • Reicht der Veräußerungserlös meines Unternehmens zur eigenen Ruhestandsabsicherung?

 

Die Tragweite der Entscheidungen sind hoch und sollten sorgfältig kalkuliert werden.   

 

3. Rentenphase

Auch wer anfangs gut gespart hat und seinen Renteneintritt sicher kalkuliert hat, sollte die Rentenphase nicht unterschätzen. Die Themen Inflation, eigene Langlebigkeit, Schicksalsschläge und lebzeitige Schenkungen führen in der Praxis zu unerwünschten Überraschungen. Doch diese Probleme lassen sich mit einer soliden Planung gut meistern. 

 

Bei Kundenberatungen hat es sich bewährt die finanzielle Unabhängigkeit der Kunden rückwärts zu planen. D.h. wir werfen zuerst einen Blick auf die Rentenphase. So lassen sich die Themen Inflation, eigene Langlebigkeit, Schicksalsschläge und lebzeitige Schenkungen am Besten in die Ruhestandsplanung integrieren.

 

Langlebigkeit ist ein Finanzrisiko

 

Jeder freut sich wenn er ein langes und erfüllten Leben hat. Doch je länger wir leben, desto länger müssen wir uns absichern. Die durchschnittliche Lebenserwartung von knapp 80 Jahren bei Männern und rd. 85 Jahren bei Frauen ist aus unserer Sicht der falsche Planungsansatz. Denn der Durchschnitt wird von den Frühversterbenden nach unten gezogen. Wer die Altersklasse 75+ erreicht lebt meist länger. Für die Ruhestandsplanung sollte man somit eher mit einem Alter von 95 Jahren planen.

 

Inflation richtig einkalkulieren

 

Die Inflation hat einen besonderen Einfluss im Ruhestand. Häufig steigen die Renteneinnahmen nach Steuern und Abgaben kaum. D.h. wenn die Ruhestandseinnahmen stagnieren, aber die Lebenshaltungskosten steigen, wächst im Zeitablauf die Lücke aus Einnahmen und Ausgaben. Die anfängliche "Rentenlücke" könnte somit im Alter sogar zunehmen. Obwohl die jährlichen Inflationdaten der letzten 30 Jahre eher um die 2% geschwankt haben, kalkulieren wir in Ruhestandsplanungen eine mittlere Inflationsrate von 3% ein.

 

Gleichzeitig sollte keine rein lineare Hochrechnung der anfänglichen Ruhestandslücke vorgenommen werden. Besser ist es den individuellen Ausgabenbedarf, der die voraussichtliche Lebenssituation darstellt, anzusetzen. Mit Alter 65 gönnt man sich vielleicht längere Reisen, die man im Alter von 85 Jahren gar nicht mehr unternehmen möchte. Die jährlichen Ausgaben sollten somit variabel geplant werden. 

 

Lebzeitige Schenkungen - wie viel Vermögen kann man abgeben?

 

Häufig wollen Vermögende Ruheständler ihren Kindern frühzeitig Vermögen durch Schenkungen überlassen. Ziel: Erbschaft- und Schenkungsteuer sparen. Der Gedanke ist gut. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Aus unserer Sicht immer dann, wenn das geschmälerte Vermögen sowohl im Normalfall als auch bei Unwegbarkeiten für die eigene Absicherung ausreicht. Da Eltern häufig diesen Wunsch haben, kann man diese Schenkungsüberlegungen bereits bei der eigenen Ruhestandsplanung einkalkulieren bzw. vor einer Schenkung in der Ruhestandsplanung simulieren. 

 

Schicksalsschläge planen?

Es ist müßig zu denken, man könne sich auch alle Eventualitäten und Schicksalsschläge vorbereiten. Es gilt immer erst die eigene Absicherungen für den krisenarme Normalfall zu erreichen.

 

Man kann sich zwar nicht gegen alle Lebensrisiken absichern, aber wenn beispielsweise eine langjährige Pflegebedürftigkeit entsteht, müssen Finanzreserven mobilisiert werden. Wir empfehlen in einem "Worst-Case-Szenario" die finanziellen Auswirkungen zu hinterfragen. Dadurch gewinnt man Sicherheit, weil man weiß was auf einen zukommen würde. Anschließend hängt es vom persönlichen Sicherheitsempfinden ab, ob man seine eigene Absicherung auf so ein Szenario kalkulieren möchte.

 

Viel häufiger als eine Pflegebedürftigkeit treten jedoch plötzliche Todesfälle auf. Und hier kann man Vorsorge zu Lebzeiten treffen. Testamentarische Regelungen sorgen dafür, dass der überlebende Ehegatte oder der nicht eheliche Lebensgefährte genügend Vermögenswerte im Erbfall bekommt und bleibt abgesichert. Auch Risikolebensversicherungen können eine verkürzte Ansparphase des Ehepartners bei plötzlichem Tod kompensieren. Wer seinen Ruhestandsbedarf kennt, kann sich finanziell schützen. 

 

Zwischenfazit zur Ruhestandsphase

Wer seinen jährlichen Finanzbedarf (Einnahmen und Ausgaben) sorgfältig ermittelt und bis ins hohe Alter plant, weiß exakt wie hoch die jährlichen Ruhestandslücken oder -überschüsse sind. Anschließend wird durch schlichte Addition sämtlicher Jahreszahlen ermittelt, wie viel Vermögen für den Ruhestand (vom
Beginn bis zum "finalen Tag") aufgebaut werden muss.

 

Durch diese genaue Kalkulation der Ruhestandsfinanzen sind die Kernfragen in den Phase des Ruhestandsbeginns und der Ansparphase häufig eine Leichtigkeit. 

Strategische Entscheidungen und deren Auswirkungen (wie bei einem vorgezogenen Ruhestand, der betrieblichen Versorgung, dem Bezug privater Lebensversicherungen oder freiwilligen Beiträgen zur Rentenversicherung) haben immer die gleichen Auswirkungen.

 

Die Finanzentscheidungen verändern die Einnahmen und Ausgaben, sodass sich der benötigte Kapitalbedarf für den Ruhestand verändert. Führt eine Finanzentscheidung zu einem höheren "Endvermögen" (z.B. bei der Wahl eines Einmalbezuges einer Lebensversicherung statt einer mtl. Renteeinnahme), kann man seine Finanzsituation weiter verbessern. 

 

Abschließend lassen sich auch die Herausforderungen der Ansparphase (Vermögensaufbau) einfach händeln. Aus dem aktuellen Vermögenssaldo und dem Zielwert zu Ruhestandsbeginn lässt sich nun ein monatlicher Sparbedarf ermitteln.

 

Ruhestandsplanung mit Mitte 50 zusammengefasst

Der eigene Finanzplan ist notwendig bei der Entscheidungsfindung sämtlicher finanzieller Fragestellungen rund um den Ruhestand. Die Details machen die Thematik der Ruhestandsabsicherung insgesamt sehr komplex. Gerade ab Mitte 50, sollten zukünftige Ruheständler keine Zeit mehr verlieren und sich dem Thema annehmen. 

 

Wer sich an die komplexe Aufgabe nicht heran traut oder auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Vermögensmanager an seiner Seite haben, der nicht nur bei der Geldanlage unterstützt, sondern auch das "große Ganze" im Blick hat. Wir helfen Ihnen gerne und sorgen für einen angenehmen Ruhestand. Wir erstellen Ihren Ruhestandsplan und setzen alle Empfehlungen für Sie um. Nicht einmalig - sondern dauerhaft. Damit steht Ihrer Absicherung nichts mehr im Wege. 

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